v.l.n.r. Redaktionsleiter Digital beim Böblinger Bote Jan-Philipp Schlecht, Regionalrätin Regina Wagner, Stadtrat Marc Biadacz, Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, Schulrektor des Lise-Meitner-Gymnasiums Hans Oberhollenzer, Paul Nemeth MdL.

Am vergangenen Freitag stellten sich Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und Schulrektor Hans Oberhollenzer (Lise-Meitner-Gymnasium) den Fragen von Jan-Philipp Schlecht (Redaktionsleiter Digital, Böblinger Bote) und Bürgern im Treff am See in Böblingen.

Eingeladen hatte der CDU-Stadtverband Böblingen im Rahmen der Reihe „Lebens//Werte//Stadt“ und durfte rund siebzig Teilnehmer begrüßen. Marc Biadacz, Gastgeber und Vorsitzender der CDU Böblingen, freute sich über das große Interesse und stellte klar, dass er auch in Zukunft den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern sicher stellen werde. Der CDU-Landtagsabgeordnete Paul Nemeth lobte in seinem Grußwort den Einsatz von Marc Biadacz und dem Stadtverband, der mit diesem durchdachten Konzept „aus einem Guß“ ein starkes Signal für eine „Graswurzel-Politik“ in das Land sende.

Auf die Frage von Moderator Jan-Philipp Schlecht, ob die Politik die Lehrerkräfte angemessen auf Digitalisierung und soziale Netzwerke vorbereite, konnte Ministerin Dr. Eisenmann auf die gute Resonanz der bisherigen Angebote verweisen. In den letzten Monaten hatten rund zehntausend Lehrkräfte von der Möglichkeit Gebrauch gemacht sich weiterzubilden und neue Aspekte der Medienpädagogik kennen zu lernen. Durch regelmäßige Fortbildungen sollen Lehrerinnen und Lehrer in Baden-Württemberg auch künftig an diese Themen heran geführt werden. Sie erinnerte jedoch daran, dass im richtigen Umgang mit den neuen Medien Schule und Eltern gleichermaßen gefordert seien. Hans Oberhollenzer verwies auf so genannte Entwicklungsfenster bei Kindern, die es gilt pädagogisch richtig zu nutzen. Weiter gab Oberhollenzer zu bedenken, dass an Schulen pro Woche durchschnittlich zwei bis drei Fälle von Cybermobbing zu beklagen seien. Auch hier wären Eltern gefordert ein Auge auf ihre Kinder zu haben. Darüber hinaus würden die Schulen diesen Schattenseiten mit einem vielfältigen Angebot von Beratungs- und Präventivprogrammen begegnen.

Tablets und digitale Medien können Schulbücher und konventionelle Lernmethoden nicht ersetzen, wohl aber sinnvoll ergänzen, wusste Dr. Susanne Eisenmann schließlich zu resümieren. Sie unterstrich die Wichtigkeit von grundlegenden Fertigkeiten wie Lesen und Schreiben lernen und warnte vor einem zu frühen und ausschließlichen Einsatz von digitalen Medien an Grundschulen. Eine wertvolle Entwicklung von Kindern ließe sich nicht auf eine bloße Wischfunktion auf Tablets beschränken, appellierte Eisenmann, stellte jedoch klar, dass wir eine Entwicklung im digitalen Bereich brauchen und künftig so einsetzen müssen, dass es einen echten Mehrwert beim Lernen gibt.